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Weißweinanbau im Languedoc

Veröffentlicht am Mittwoch, 16. Januar 2013 // Weißwein

Nicht erst seit Ende der 1980er-Jahre, als Aussteiger aus nahezu sämtlichen französischen Departements sich in der südfranzösischen Region Languedoc-Roussillon niederließen, hat der Weinbau dort eine wichtige Rolle eingenommen. Bereits vor rund 3.000 Jahren reisten erste Siedler aus Griechenland in die sonnenverwöhnte Landschaft mit ihren sanften Hügeln, kargen Hängen und idealem Mikroklima, welche sich damals wie heute bestens für den Anbau von Weißwein eignen. Während man im 16. Jahrhundert und davor über einige Zeit hinweg vorwiegend Getreide dort anbaute, entwickelte sich der Weinbau erst später wieder richtig. Zu einem großen Teil destillierte man die Ernte damals und verschiffte sie ab 1791über die Küstenstadt Sète in die ganze Welt – dies waren Mengen von bis zu 20 Mio. Liter Weißwein.
Nachdem im Zuge der Industrialisierung die ersten Bahnlinien verlegt wurden, entwickelte sich die Region zu einem der wichtigsten Lieferanten für Weißwein, allen voran war die Strecke nach Paris die wichtigste Handelsroute.

Wein Export in die ganze Welt

Nach und nach erlebte diese Gegend dann so ihre Revolution: Fast ein Viertel der ganzen französischen Weinproduktion stammt aus der Region. Vor allem Quereinsteiger, die sich vorher beruflich in anderen Metiers etabliert hatten, ließen sich nieder und begannen, hochwertige, oft biologisch angebaute Qualitätsweine anzubauen. Neue Edelsorten, die bis heute in die ganze Welt exportiert werden, schenkten dem Languedoc einen starken wirtschaftlichen Aufschwung. Die Region ist inzwischen aufgrund ihrer malerischen Schönheit ebenso zu einem touristisch sehr beliebten Ziel geworden: Die anmutig wirkenden Weinreben, die sich oft bis an den Horizont dahinziehen und besonders in den Abendstunden ein wie gemalt wirkendes Bild abgeben, sind gleichermaßen für Wanderer sowie Radfahrer ein beliebtes Ausflugsziel. Das AOC-Siegel, welches bei Qualitätsweinen stets auf der Flasche angegeben wird, ist übrigens auch ein guter Indikator für Rot- und Roséweine:

  • Clairette du Languedoc
  • Blanquette de Limoux
  • Rivesaltes, Sain-Chinian
  • Côtes du Roussillon-Villages
  • Collioure
  • Coteaux du Languedoc
  • Fitou
  • Muscat de Frontignan
  • Limoux
  • Minervois

Weinbaufläche im Languedoc

Heute befindet sich die größte Weinbaufläche in ganz Frankreich im Languedoc: Rund 40 % der gesamten Fläche wird für die Herstellung hochwertigen Weißweins eingenommen. Das ergibt wiederum eine Menge von etwa 20 Mio. Hektoliter im Jahr. Allerdings bedeutet Quantität nicht gleich Qualität: Die “Vins de Midi”, kommen zu einem großen Teil als simple Tafel- oder Landweine in den internationalen Handel und sind nicht unbedingt das Beste, was die Region zu bieten hat. Viel mehr gibt es andere, deutlich exklusivere weiße Qualitätsweine, die auch dafür verantwortlich sind, warum Languedov im Weinanbau so erfolgreich ist.

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