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Neue Reihe: „Erste Lagen“ in der Pfalz

Veröffentlicht am Dienstag, 19. März 2013 // Weißwein

Der Begriff „Erste Lage“ ist eine in Deutschland übliche Bezeichnung für besonders privilegierte Teilbereiche von Einzellagen oder auch gesamter Einzellagen. Diese Lagen wurden vom Verband deutscher Prädikatsweingüter, kurz VDP, klassifiziert. Die Statuten des „VDP“ besagen, dass die Qualität eines Weines durch das Terroir, der Herkunft in Verbindung mit der Qualität und der Güte des Weinberges bestimmt wird. Der Begriff “Güte” wird durch die topographische Lage und das jeweilige Mikroklima definiert. Die unter Beachtung der Vorgaben gekelterten, trocken ausgebauten Spitzenweine dürfen im Rheingau als Erstes Gewächs und in allen anderen Anbaugebieten als Großes Gewächs bezeichnet werden.

“Erste Lagen“ wurden folgendermaßen gekennzeichnet: Hochwertigstes Terroir ist parzellengenau abgegrenzt und Rebsorten und Geschmacksprofilen zugeordnet. Der Ertrag darf maximal 50 Hektoliter pro Hektar betragen, wobei die Ernte mittels selektiver Lese von Hand erfolgen muss. Das Mostgewicht muss mindestens einer Spätlese ähneln und der Zeitpunkt der Vermarktung darf bei fruchtsüßen Prädikatsweinen ab dem 1. Mai, bei Großem Gewächs ab 1. September und bei Rotweinen ein Jahr später erfolgen.

„Erste Lage“ und weitere Begriffe

Weine aus „Erster Lage“ stellen die höchste Klasse der im Verband deutscher Prädikatsweingüter vereinten Winzer bzw. Weingüter dar. Diese Bezeichnung ist durchaus mit Grand Crus des Burgunds vergleichbar, wobei trockene Weine mit dem Begriff „Großes Gewächs“ bezeichnet werden. Da dieser Begriff nicht auf dem Etikett vermerkt werden darf, werden diese mit dem Kürzel „GG“ gekennzeichnet. Dieses gilt für alle deutschen Anbaugebiete mit Ausnahme des Rheingaues. Dort wird auf Etiketten die Bezeichnung „Erstes Gewächs“ aufgedruckt.

Die Bezeichnung „Großes Gewächs“ wird von der Vereinigung Bernkasteler Ring verwendet. Dies hat jedoch keinen Bezug oder auch Zusammenhang mit der Klassifizierung nach den Bestimmungen des VDP. Restsüße Weine werden mit traditionellen Prädikaten bezeichnet.

Die nächstfolgende Stufe, die „klassifizierte Lage“ bzw. ein „Ortswein“, stammt aus traditionellen und hochwertigen Weinbergen. Dafür wurden aus weingesetzlichen Lagen eine kleine Gruppe traditioneller Weinberge definiert, wobei keine Einschränkung bei Geschmacksprofilen erfolgt. Der Ertrag darf 60 Hektoliter pro Hektar, bei regional festgelegten Rebsorten nicht übersteigen. Bezüglich des Mostgewichtes erfolgt keine Beschränkung.

Zur dritten Stufe zählen „Gutsweine“. Darunter sind Basisweine auf hohem Niveau zu verstehen. Dafür müssen zumindest zu 80 Prozent, vom VDP empfohlene, im jeweiligen Gebiet typische, traditionelle Rebsorten kultiviert werden. Der Ertrag darf 75 Hektoliter pro Hektar nicht übersteigen wobei die Mostgewichte ebenfalls regional unterschiedlich festgelegt sind.

Geografische Zuordnung pfälzischer Rebflächen und ihre Böden

Pfälzische Rebflächen erstrecken sich vor allem im Schatten des Haardtgebirges entlang der Deutschen Weinstraße. Aufgrund der entlang der Weinstraße zu findenden, unterschiedlichen Bodenarten sind optimale Bedingungen für den Anbau terroirgeprägter Spitzenweine wie Riesling, Weiß-, Grau- und auch Spätburgunder gegeben. Von Kallstadt über Ungstein bis Bad Dürkheim finden sich Spitzenlagen auf einem Kalksteinriff, während von Wachenheim bis nach Gimmeldingen Verwitterungen aus Buntsandstein die Böden dominieren. In diese sind je nach Lage Kalkstein, Ton, Basalt oder Lehm eingelagert.

In unserer Reihe „Erste Lagen“ werden wie diese zusammen mit den sie bewirtschaftenden Weingüter und den für diese Weingüter typischen Weine vorstellen.

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