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Historisches zur Rieslingrebe

Veröffentlicht am Dienstag, 19. März 2013 // Weißwein

Die weiße Rebsorte Riesling gilt heute als eine der Beliebtesten in den Anbaugebieten Deutschlands, Österreichs, in weiteren Anbaugebieten Europas und darüber hinaus. Der Ursprung des Namens Riesling ist nicht gesichert. Ob sich der Name durch die erstmalige Nennung von “Ruslingwingarten” in einer Wormser Urkunde um 1430/35, oder seiner Neigung zum Verrieseln, dem Abfallen der Blüten bei kühler Witterung ableitet, wird bis heute in der Fachwelt diskutiert. Ebenso Theorie ist, ob der Wortstamm „Ries“, oder die Abwandlung „Rus“, von „dunkel“, bzw. dunklem Rebenholz, als Namensgeber geeignet ist.

Woher stammt die Rieslingrebe?

Der Schriftsteller Pilinius (23 – 79 n. Chr.) hielt Beobachtungen über das ungleiche Verhalten gleicher Rebsorten an unterschiedlichen Orten fest. Er beschrieb die Vorliebe der Römer, Setzreben in andere Gegenden zum Zweck der Anpflanzung zu versenden, sowie die amineische, nomentanische und apianische Rebsorte, welche nach heutiger Erkenntnis, gemeinsame Eigenschaften mit dem heute bekannten Riesling aufwiesen. Besonders die anmineische Rebe wurde aufgrund ihrer Robustheit und Süße als Edelrebe dargestellt.

Einerseits führen Vermutungen über den Ursprung des Rieslings auf die einst am Rhein beheimatete Wildrebe „Vitis vinifera“ zurück, andererseits reklamiert das österreichische Weinbaugebiet Wachau den Ursprung des Rieslings für sich. Historische Schriften belegen, dass König Ludwig der Deutsche (843 – 876 n. Chr.) zuerst im Rheingau Riesling angepflanzt hat und die von Karl dem Grossen initiierten Rebsorten Orleans und Trollinger verdrängt wurden. Molekularbiologische Untersuchungen stellten als Elternteile den Heunisch und einen Traminer Sämling fest. Es handelt sich also um eine rheinische Rebsorte. Zum Ende des Mittelalters begann die Verbreitung des Rieslings vom Rheintal ausgehend in zahlreiche andere deutsche Anbaugebiete. Ein erster diesbezüglicher Nachweis stammt aus Rüsselsheimer Rechnungen an Graf Johann IV. von Katzenelnbogen des Jahres 1435. Weitere Beweise stammen im Jahre 1463 aus Bingen und zwischen 1464/65 aus dem Bereich der Mosel. 1552 erfolgte ein Eintrag im lateinischen Kräuterbuch des Hieronymus Bock, einem pfälzischen Botaniker.

Die Entwicklung der Rieslingrebe

Die ab dem 15. Jahrhundert gesicherte Verbreitung des Rieslings, Wuchs, Größe der Trauben, Reifezeit und Frostfestigkeit zeigen die Verwandtschaft mit Wildreben. Erste Funde von Wildreben-Resten in menschlichen Behausungen, lassen sich bis in das Neolithikum zurück datieren. Grosse Mengen von Rebkernen aus der Jungstein- und Bronzezeit, in Pfahlbauten um den Bodensee, in Alpenseen Frankreichs und der Schweiz lassen darauf schließen, dass die Wildrebe – noch unkultiviert – gerne gegessen und auch gesammelt wurde. Das Wissen um die Weinherstellung der Gallier und Römer, wurde von ansässigen Volksstämmen schon zur Kultivierung der Wildrebe genutzt. Versuche mit dem Anbau von Reben aus dem Mittelmeerraum, fanden in römischen Ansiedlungen westlich des Limes statt, was Funde von Rebkernen beweisen. Aufgrund geringer Erträge und später Reife konnte sich Riesling aber nur langsam durchsetzen. Im Rahmen der neuerlichen Bepflanzung der Weinberge von Schloss Johannisburg im Rheingau des 18. Jahrhunderts, wurde von Fuldaer Erzbischöfen Riesling verwendet. 1787 befahl der Trierer Kurfürst Clemens Wenzeslaus von Sachsen, in seinen Weingärten nur mehr Riesling anzupflanzen. Dies führte dazu, dass aus der Gegend um die Mosel, weltweit gesehen, das größte zusammenhängende Anbaugebiet für Riesling wurde.

Anbauempfehlungen des Staates im 17. Jahrhundert sowie Wünsche nach höherer Qualität und höheren Preisen ab dem Ende des 19. Jahrhunderts, verhalfen zu wachsender Beliebtheit bei Anbau und Kultivierung. Während der Wende zum 20. Jahrhundert wurden deutsche Rieslingweine sehr hoch eingeschätzt und erzielten gleich hohe Preise wie große französische Rotweine.

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