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Drei Botschafter Südtirols

Veröffentlicht am Freitag, 20. September 2013 // Wein

In Südtirol, der nördlichsten Region Italiens, dominieren die Gegensätze: auf der Südseite der Alpen ragen mit den Drei Zinnen die bekanntesten Südtiroler Berge empor, auf der anderen Seite, in den Tälern der Flüsse Etsch und Eisack, finden sich mediterran anmutende Weinberge und Obstgärten. Mit gut 5000 Hektar ist Südtirol das kleinste der Weinanbaugebiete Italiens. Den Mangel an Fläche macht Südtirol aber durch die Qualität der hier angebauten Weine wett. Dazu tragen neben guten Klimabedingungen (in den Weinbaugebieten scheint die Sonne im Schnitt an 1800 Stunden im Jahr, bei einem Temperaturdurchschnitt von 18°C) auch die kalkhaltigen und mineralreichen Böden bei.

Rund 20 Rebsorten werden in Südtirol angebaut und zu hervorragenden Rot- und Weißweinen gekeltert. Drei der wichtigsten Rebsorten Südtirols sind autochthon, sind also nicht eingebürgert worden, sondern haben ihren Ursprung in Südtirol: Vernatsch, Lagrein und Gewürztraminer. Diese drei Rebsorten erleben seit einigen Jahren eine Renaissance und sind heute stolze Botschafter der Südtiroler Weinkultur. Der Vernatsch, auf Italienisch Schiava genannt, belegt rund ein Fünftel der gesamten Weinanbaufläche und ist damit die am häufigsten angebaute rote Südtiroler Rebsorte. Über die Grenzen Südtirols bekannt sind die Lagen Kalterersee und St. Magdalener. Der Vernatsch, der schon in der Eisenzeit angebaut wurde, wie Kernfunde vermuten lassen, und der erstmals in mittelalterlichen Klosterschriften als “Potzner” Erwähnung fand, hat ein ausgeprägt fruchtiges Aroma, das nicht selten durch Anklänge von Mandeln ergänzt wird. Das Burggrafenamt mit Meran hat sich als eines der exzellenten Kurgebiete in Südtiroler etabliert, hier gibt es viele Möglichkeiten zur Weinverkostung. Weitere Informationen zu den Weinverkostungen finden Sie unter www.marling.info/de/wein-verkostungen-meranerland-d.htm.

Neben der klassischen Vernatschrebe gibt es in Südtirol noch verschiedene Vernatsch-Varianten wie Großvernatsch, Edelvernatsch, Grauvernatsch, Mittervernatsch und Tschaggelevernatsch. Der Lagrein ist eine Spezialität aus Bozen, wo er rund um die Stadt seit dem 14. Jahrhundert angebaut wird. Bis weit ins 18. Jahrhundert wurde unter der Bezeichnung Lagrein übrigens meist der weiße Lagrein verstanden, der damals vermutlich die wichtigste Weinsorte Südtirols war. Seit dem 20. Jahrhundert dominiert die rote Rebsorte, aus der nicht nur sortenreine Rotweine (Lagrein Scuro/Lagrein Dunkel) und Roséweine (Lagrein Rosato/Lagrein Kretzer) gekeltert werden, sondern die auch in Cuvées Verwendung findet. Als Riserva wird Lagrein vermarktet, der zwei Jahre im Barrique-Faß ausgebaut wurde. Bekannte Lagen finden sich rund um den Bozener Stadtteil Gries, im Osten Bozens und bei Auer.

Der bekannteste Wein Südtirols ist der Gewürztraminer, der seinen Namen dem Weindorf Tramin verdankt. Er wird dank seines unverwechselbaren Aromas fast weltweit angebaut: in Südtirol auf nur 380 ha, in Neuseeland und Südafrika auf jeweils rund 300 ha, und im Elsass sogar auf über 3000 ha Anbaufläche. Aus der Gewürztraminer-Rebe werden sehr aromatische Weine gekeltert, die sich durch sortentypische Geschmacks- und Geruchsnoten nach Rose, Nelken, Litschi und Marzipan auszeichnen. Anbaugebiete des Gewürztraminers finden sich in Unterland und Überetsch, im Bozner Talkessel, den Tälern von Etsch und Eisack sowie im Vinschgau und in Meran.

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